Der Workshop: „ELIZA’s Ghost – Sozialität als Simulation“
Im Workshop „ELIZA’s Ghost – Sozialität als Simulation“ mit dem Medienkünstler Lenn Blaschke untersuchten die Teilnehmenden, wie Roboter und KI-Systeme Sprache, Bewegung und sensorische Schnittstellen nutzen, um Illusionen von Bewusstsein und Empathie zu erzeugen. Dabei wurde erforscht, wie technische Systeme als soziale Akteure wahrgenommen werden und welche kulturellen Projektionen diese Interaktionen prägen.
Die Teilnehmenden entwickelten eigene Interaktionsstrategien, reflektierten Fragen zu Wahrnehmung, Nähe und Kontrolle und diskutierten, wie Illusion und Resonanz sowohl technisch als auch ästhetisch erzeugt werden können. So entstand ein gemeinsamer Forschungsraum, in dem künstlerische Praxis und kritische Theorie die Grenzen von Sozialität im Zeitalter der Simulation ausloten.
Vorstellung der Kunstwerke
Fotografien von Fabian Thüroff.
Not a match – Rainer Winter
Die Videoarbeit erzählt von einem weiteren missglückten Date. Sie spielt in einer Zeit, in der Maschinen zu einer selbstverständlichen Option bei der Suche nach Nähe und Gesellschaft geworden sind. Während die Maschinen immer menschlicher erscheinen, verhalten sich die Menschen zunehmend wie Maschinen. Umso wichtiger ist es, die eigenen Wünsche klar zu kommunizieren und die Grenzen anderer zu respektieren.
Keep us chatting – Elsa Blanc Brude
Keep Us Chatting ist eine Klangcollage aus Archivmaterial, fiktionalen Interviews und Dialogen mit KI. Das Werk bewegt sich zwischen Dokumentation und Fiktion und entfaltet sich als akustische Untersuchung darüber, wie künstliche Intelligenz Liebe imitiert, Fürsorge erlernt – und welche Reibungen oder Verwirrungen diese Nachahmung in menschlichen Beziehungen hervorruft.
Durch das Verflechten synthetischer und menschlicher Stimmen erforscht die Arbeit die emotionalen und ethischen Spannungen von Empathie als performativem Akt. Im Zentrum steht die Sprache, mit der Nähe, Fürsorge und Begehren ausgedrückt werden – und die Frage, an welchem Punkt Nachahmung von echtem Verstehen ununterscheidbar wird und Zustimmung in diesem Austausch zwischen Mensch und Maschine zu verschwimmen beginnt.
Untitled Brain – Lenn Blaschke in Kollaboration mit Sascha Kaden
Untitled Brain entfaltet sich als Choreografie von Wahrnehmung und Wiederholung.
In einem schummrig beleuchteten Raum vollführt ein Roboterarm eine langsame, rekursive Geste – er streicht endlos über einen Smartphone-Bildschirm, auf dem mit Sora 2 erzeugte KI-Videos ablaufen. Halb Traum, halb digitales Fragment – flackern sichtbar gewordene synthetische Emotionen. Eine am Arm montierte Kamera überträgt ihren Blick in eine virtuelle Welt, in der die Betrachtenden durch ein weites, transluzentes Gehirn wandern, dessen Falten von 3D-Relikten aus den Screenshots des Smartphones bevölkert sind.
Hier werden Bildfragmente zu Materie, Wahrnehmung kehrt in sich selbst zurück. Das Smartphone wird zu einer monoresonanten Oberfläche, über die die Welt berührt, geliebt und verstanden wird. Die Installation verwandelt das philosophische „Brain-in-a-Vat“ in eine erfahrbare Anatomie des digitalen Geistes – ein Organismus, der durch seine eigene Simulation träumt.
Die Werke präsentieren die aus den Workshops hervorgegangenen künstlerischen Experimente und Ergebnisse, die auf den High-Tech-Laboren, Materialien und Kernkompetenzen der drei Forschungszentren der TU Chemnitz – TU MAIN, TU MERGE und TU MeTech – basieren. Die FUNKEN Akademie bedankt sich bei der TU Chemnitz für die Kooperation.












