Einstieg

Die FUNKEN Akademie bringt Künstlerinnen und Künstler in die Labore und Entwicklungsabteilungen der Hochtechnologie. Sie stellen dort die Fragen, die noch niemand gestellt hat, und machen sichtbar, was eine Technologie könnte.

In unseren Kooperationen haben uns Mitarbeitende von Instituten und Unternehmen immer wieder dieselben Hindernisse beschrieben: Expertinnen und Experten bleiben unter sich, was eine Technologie könnte, bleibt unsichtbar, und was neben dem Plan auftaucht, hat in Förderlogiken keinen Platz. Unsere Arbeit setzt an zwei Stellen an. Die Innovationswerkstatt ist unser Angebot an Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen, in drei Formaten, vom einzelnen Tag bis zur mehrwöchigen Summer School.

Innovation und Entwicklung. Wo kann Ihre Technologie hin, in welchen Anwendungen, für wen, mit welchen Risiken? Künstlerinnen und Künstler nutzen sie für etwas, wofür sie nicht gebaut wurde und stellen Kontext her. Sie offenbaren Eigenschaften, die der Hersteller nicht gesucht hat. Ergebnis: ein dokumentierter Fächer von Szenarien, Prototypen und eine technische Frage, die vorher niemand gestellt hat. Die Kollaborationen der Pinpoint GmbH oder des TU MERGE zeigen, wie aus künstlerischer Fragestellung neue Anwendungsfelder entstanden.

Kommunikation und Demonstration. Ein Objekt für Messe und Foyer, eine Installation, eine Geschichte, mit der Ihre Technologie nach außen geht: auf die Website, zur Messe, ins Recruiting, in den Förderantrag. Ein Kunstwerk, das aus der Technologie heraus entsteht, initiierte Gespräche über Fachgrenzen und mit Außenstehenden und über den Abend hinaus ohne sich einer PPT-Folie bedienen zu müssen. Ergebnisse der FUNKEN x TUC Workshops wurden über das Projekt hinaus am TUC-Tag oder auf dem KOSMOS gezeigt. Der Perspektivwechsel bleibt, weil das Objekt steht. 

Format Dauer Leistung Preis
FUNKEN Pilot. Der 1-Tages Workshop 1 Tag Ein Tandem aus Künstlerin oder Künstler und Ihrem Team. 1-Tagesworkshop mit Showing am Abend. Ein Modell oder eine Szenografie, Seiten mit Ideen, Bilder für Ihre Kommunikation, vier Wochen später die Dokumentation. Eine erste Anwendungsidee, die eine Kollaboration lohnt 3.500 EUR
FUNKEN Kollaboration. Entwicklung und Transfer 4-Open End Wochen Künstlerin oder Künstler in Ihrem Unternehmen oder Labor, wöchentliche Reflexion mit dem Creative Catalyst, öffentliches Showing. Objekt, Anwendung oder Geschichte als fertiges Ergebnis, Dokumentation. Ein Prototyp und eine technische Frage, die vorher niemand gestellt hat ab 12.000 EUR
FUNKEN Summer School. Das Netzwerk 3-5 Wochen Die Kollaboration führt nicht nur zu einem Objekt, sondern zu einem Workshop. Eine Gruppe von Teilnehmenden entwerfen fachübergreifend Idee und Objekte zu Ihren Themen und zeigen diese in einer öffentlichen Ausstellung.  ab 15.000 EUR je Einrichtung

Das Objekt für die Messe als eigener Auftrag, aus Pilot oder Kollaboration heraus: 8.000 bis 15.000 EUR je nach Produktion, mit Kaufoption. In jedem Preis enthalten: Honorar der Künstlerinnen und Künstler, Creative Catalyst, Vorbereitung, Material bis zu einer Grenze, Showing, Dokumentation. 

Für Unternehmen. Ihr Team weiß, wie Ihre Technologie funktioniert. Wir finden heraus, was sie noch kann. Eine Anwendung, die Ihrem Team verborgen blieb, ein Objekt, das Ihr Produkt erklärt, bevor jemand das Datenblatt liest, und eine Außensicht, die Kontext herstellt, den Sie intern nicht erzeugen können. In einem Tag oder einem Monat.

Für Forschungseinrichtungen. Fragen zu stellen ist Ihr Beruf, und genau das wird gerade knapp. Sie bekommen einen Transferkanal, der keine Pressearbeit ist, Forschende, die ihre Fragen neu stellen, und einen Partner für Anträge, in denen Kunst-Wissenschafts-Zusammenarbeit inzwischen Bewertungskriterium ist. Finanzierung über Transfer- und Projektmittel; FUNKEN ist Partner in Drittmittelanträgen. 

Wie Forschende die Zusammenarbeit erlebt haben, erzählen sie in den Interviews des Katalogs und in unseren Videos.

Warum Künstlerinnen und Künstler? Designer, Agenturen und Berater erfüllen ein Briefing. Künstlerinnen und Künstler setzen an, bevor es entsteht. Sie arbeiten mit Ihrer Technologie, ohne ihren Zweck zu übernehmen. Ihr Material ist Aufmerksamkeit: In Objekten, Installationen und Geschichten holen sie die Prozesse hinter einer Technologie zurück in die Wahrnehmung, sinnlich, begehbar, diskutierbar. Den Prozess ins Zentrum der Arbeit zu stellen ist ihre Methode.

Warum jetzt. Lösungen werden billig. Wer ein technisches Problem beschreiben kann, bekommt heute schneller als je eine Antwort. Künstliche Intelligenz macht kreative Produkte billig, Bilder, Texte, Entwürfe in jeder Menge, und damit alles, was es in ähnlicher Form schon einmal gab. Knapp wird der Akt, der eine Technologie an einem konkreten Ort, mit einem konkreten Team, umdeutet und ihr eine Frage zuführt, die aus keiner Datenbank kommt. Ein Sprachmodell liefert Varianten des Vorhandenen, viele und schnell; einen gebauten Anwendungsfall mit Publikum liefert es nicht. Die Forschung zeigt dazu: KI hebt die Kreativität Einzelner und senkt die Vielfalt der Ideen in der Gruppe. Alle werden besser und ähnlicher (Doshi und Hauser, Science Advances 2024).

Erfahrung

Seit 2019 arbeitet FUNKEN mit sächsischen Technologieinstitutionen: mit der TU Chemnitz und ihren Zentren MAIN, MERGE und MeTech, mit den Fraunhofer-Instituten ENAS und IWU, mit dem Sächsischen Textilforschungsinstitut STFI und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, mit Unternehmen wie Pinpoint, Fusion Bionic und Cewus, und auf dem Technologie-Campus bei Vector Informatik, EDC und 3D-Micromac. Daraus sind unsere Formate entstanden: Labor 2025 (2021), European Summer School 2023, FUNKEN Kolleg 2025 mit fünf Kollaborationen, FUNKEN × TUC 2025, FUNKEN Pilot 2026. 2026 hat FUNKEN mit elf Partnern aus sechs Ländern einen Horizon-Europe-Antrag eingereicht, der die Wirkung dieser Arbeit wissenschaftlich misst. Was Forschende, Unternehmen, Künstlerinnen und Künstler über die Zusammenarbeit sagen, steht in den Interviews des Katalogs „FUNKEN Kolleg”. 

Konktakt: Christoph Papendorf, Programmleitung FUNKEN Akademie, Klub Solitaer e.V.  christoph@klubsolitaer.de